Wifo-Pressemitteilung vom 25.10.2019: Erreichbarkeit Rechnung getragen – Wifo trägt Konzept von OB Rapp mit

Mit seinem „Verkehrskonzept Altstadt“ ist Oberbürgermeister Daniel Rapp der zentralen Forderung des Wirtschaftsforums Pro Ravensburg nach einer guten Erreichbarkeit der Altstadt für Kunden des Handels in wesentlichen Punkten entgegen gekommen.  Insbesondere von einem auf 50 Cent reduzierten Tarif für die ersten 30 Minuten in den städtischen Parkhäusern erwartet das Wifo eine positive Signalwirkung. „Auf dem Gespinstmarkt allen Erwartungen und Bedürfnissen in einem Konzept gerecht zu werden, dürfte ein Ding der Unmöglichkeit sein“, fasst Wifo Vorstandssprecher Thomas Reischmann die aktuelle Stimmungslage zusammen. Deshalb sei es gut, dass am Ende der Diskussionen nun ein Kompromiss steht. Auch wenn sich darin nicht alle Forderungen des Wifo wiederfinden, trägt  der Vorstand das von OB Rapp vorgelegte neue Konzept mit. „Für eine auf einer breiten Basis akzeptable Lösung war es wichtig, nochmals diese Runde zu drehen“, betont Reischmann.

Auch innerhalb des Wirtschaftsforums, in dem über 340 Unternehmen aus allen Branchen organisiert sind, gingen die Meinungen auseinander. Eine Neugestaltung des Platzes und damit mehr Aufenthaltsqualität in der Oberstadt sei schon lange eine der Forderungen des Wifo gewesen und werde einhellig begrüßt. Andererseits müsse das Wifo auch die Befürchtungen der in ihm organisierten inhabergeführten Geschäfte sehr ernst nehmen, dass durch den Wegfall von Parkplätzen Kunden die Geschäfte meiden. Dem sei bislang zu wenig  Rechnung getragen gewesen. Zentrales Thema für die Innenstadt sei neben der Aufenthaltsqualität die Erreichbarkeit, betont Wifo Geschäftsführer Eugen Müller. Dieses habe OB Rapp mit seinem neuen Konzept aufgenommen. Die Reduzierung der Gebühr in den städtischen Parkhäusern auf 50 Cent für die ersten 30 Minuten sei ein Vorschlag, der neu in der Diskussion ist und den das Wifo begrüßt. Allein dabei dürfe es jedoch nicht bleiben. Wichtig sei der im Konzept des OB vorgesehene Abfluss des Verkehrs über den nördlichen Marienplatz. Das Wifo hätte keine Bedenken, ab 20 Uhr die Poller am Blaserturm wieder hochzuziehen. „In den späten Abend- und Nachtstunden gibt es keine Begründung, weshalb der Marienplatz befahrbar bleiben sollte“ unterstreicht Müller. Tagsüber solle jedoch das oberirdische Parken auf den 50 Stellplätzen in der Oberstadt für einen Euro pro Stunde weiterhin möglich sein. Wichtig sei daneben, dass auch Markstraße und Kirchstraße für das Auto offen bleiben. „Ansonsten wären die Geschäfte großflächig von jeder Zufahrtsmöglichkeit abgeschnitten, wenn der Gespinstmarkt Fußgängerzone wird“, sagt Müller.

Das Wifo begrüßt auch alle Maßnahmen, den ÖPNV attraktiver zu machen. Der 1-Euro-Bus solle beibehalten und  nach Möglichkeit sogar noch ausgeweitet werden. Das Umleitungskonzept für die Busse über den Hirschgraben als Test für drei bis vier Monate entspreche einer aktuellen Forderung des Wifo.  Bei allen Maßnahmen zugunsten des ÖPNV sei aber immer auch zu berücksichtigen, dass für die Erreichbarkeit einer Stadt wie Ravensburg mit einem überwiegend ländlichen Einzugsgebiet von 400- bis 500 000 Menschen das Auto noch auf sehr lange Zeit das Verkehrsmittel Nummer eins bleiben werde. Das Wifo bittet die Gemeinderatsfraktionen, bei allen ihren Entscheidungen den enorm unter Druck stehenden Handel mit im Auge zu behalten. Wer mit dem Onlinehandel konkurrieren möchte, müsse für den Kunden ohne große Umstände erreichbar sein und eine gute Aufenthaltsqualität bieten. Dass dies keine grundlose Schwarzmalerei ist, zeigten die Umsatz- und Kundenfrequenzrückgänge im Ravensburg seit Schließung der Marienplatztiefgarage. „Die positiven Effekte, die von ihrer Wiedereröffnung ausgehen werden, dürfen nicht durch überzogene Reglementierungen an anderer Stelle zunichte gemacht werden“, mahnt Wifo Vorstandssprecher Thomas Reischmann.