Überbrückungshilfen und steuerliche Veränderungen

Die Richtlinien für die Gewährung der Überbrückungshilfen, Umfang von maximal 25 Milliarden Euro, wurden vor wenigen Tagen veröffentlicht. Die Überbrückungshilfe soll für die Monate Juni bis August gewährt werden und kann u.a. auch von auch von Handelsbetrieben beantragt werden. Bitte beachten Sie, dass davon auszugehen ist, dass das Programm nicht vor 1.7.2020 freigeschaltet sein wird.

Die Erhöhung des Freibetrages bei den gewerbesteuerlichen Hinzurechnungen von 100.000 Euro auf 200.000 Euro ist richtig, da hierdurch die Wirkung der Kostenbesteuerung durch die gewerbe­steuerlichen Hinzurechnungen gerade für die mietintensiven Einzelhandelsbetriebe entschärft wird. Das gilt umso mehr in der aktuellen Situation, in der viele Unternehmen zur Krisenbewältigung u.a. Fremdkapital aufgenommen haben, das sie ohne die Corona—Pandemie nicht gebraucht hätten. Besser wäre es aber gewesen, zukünftig ganz auf die Hinzurechnungen zu verzichten.

Auch die weiteren steuerlichen Maßnahmen (degressive Abschreibung, Erweiterung steuerlicher Verlustvortrag, Fälligkeit der Einfuhrumsatzsteuer) nutzen dem Handel um die kritische Phase zu bewältigen. Die Senkung der Mehrwertsteuer soll einen wichtigen Impuls zur Steigerung der Nachfrage durch die Verbraucher setzen. Gut ist, dass dieses Instrument branchenübergreifen wirkt. Offen bleibt der administrative Aufwand einer befristeten Umstellung in der Preisbildung der Unternehmen und bei der Rechnungslegung bzw. Buchführung. Bitte beachten: Die Mehrwertsteuer-Senkung muss auf dem Kassenbon von 19% auf 16% ausgewiesen werden, d.h. die Kassen müssen diesbezüglich umgestellt werden.