Klimaschutz

Die Ravensburger Klima-Kommission wurde von der Stadt Ravensburg Ende November 2019 ins Leben gerufen. Sie besteht aus 35 Teilnehmern, seitens der Wirtschaft ist die IHK Bodensee-Oberschwaben, der Haus- und Grundbesitzerverein und das Wifo mit jeweils einem Sitz vertreten. Aufgabe der Klima-Kommission ist es, Vorschläge bzw. ein Konzept zur Reduzierung des CO2 Ausstoßes in Ravensburg zu erarbeiten, um so auch vor Ort dem Klimawandel entgegenzuwirken. Die Klima-Kommission hat die Bereiche im Blick, bei denen die Stadt Ravensburg und die Menschen etwas bewegen können, nämlich Mobilität, Gebäude und Kompensation. Bis Frühjahr 2020 werden die Vorschläge der Kommissionsmitglieder in einem Strategie- und Maßnahmenpapier zusammengefasst. Ziel ist es, einen größtmöglichen Konsens zu ermitteln, um viele Akteure für mehr Klimaschutz in Ravensburg zu begeistern. Das Wifo wird den Strategieprozess kritisch und konstruktiv begleiten, aber: Anreize und Angebote um Veränderungen zu erreichen gehen vor Verboten. Die Stadt muss stets gut erreichbar für alle Menschen bleiben, eine autofreie Altstadt – wie von einigen Teilnehmern der Klimakommission  bereits gefordert – wird vom Wifo abgelehnt.

Unser Bedarf an Ressourcen wird auf verschiedenen Flächen der Erde gedeckt – dazu gehören unter anderem Äcker, Weideland, Wälder oder Gewässer, Siedlungsflächen und Energieland oder auch Flächen für Abfälle. Alle Flächen haben eine unterschiedliche biologische Produktivität. Wie viel von dieser Biokapazität durch den Menschen insgesamt genutzt wird, lässt sich daher als “ökologischer Fußabdruck” in globalen Hektar (gha) darstellen. Der persönliche Fußabdruck ist somit die Fläche auf der Erde, die notwendig ist, um den eigenen Lebensstandard dauerhaft zu ermöglichen. Würden wir alle so leben wie in Deutschland, bräuchten wir 2,5 Planeten. Setzt man das natürliche Angebot der Ökosysteme und die Nachfrage durch den Konsum der Menschen in Bezug, so lässt sich ermitteln, wie sehr die heutige Gesellschaft über ihre Verhältnisse lebt. Jedes Jahr rückt der Tag, ab dem die Menschheit so viel verbraucht hat, wie die Erde im ganzen Jar erneuern kann, im Kalender weiter nach vorn. Im Jahr 2019 war der Tag, der auch Earth Overshoot Day genannt wird, bereits am 29. Juli erreicht.

Ob Kleidung, Lebensmittel, Energie und Baumaterial – unser Wohlstand hängt davon ab, was die Natur uns zur Verfügung stellt. Das get so lange gut, wie die Ökosxyteme als Quelle von Rohstoffen und als Aufnahmeort von Schadstoffen nicht übernutzt werden. Die Frage an uns alle lautet: Was müssen wir tun, damit alle Menschen und zukünftigen Generationen auf dieser Erde gut leben können? Diese Frage kann sich jeder selbst stellen und seinen persönlichen ökologischen Fußabdruck berechnen.

Mit der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung, 2015 auf einem Gipfel der Vereinten Nationenvon allen Mitgliedsstaaten verabschiedet,  drückt die internationale Staatengemeinschaft ihre Überzeugung aus, dass sich die globalen Herausforderungen nur gemeinsam lösen lassen. Die Agenda schafft die Grundlage dafür, weltweiten wirtschaftlichen Fortschritt im Einklang mit sozialer Gerechtigkeit und im Rahmen der ökologischen Grenzen der Erde zu gestalten. Das Kernstück der Agenda bildet ein ehrgeiziger Katalog mit 17 unteilbaren und einander bedingenden Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs). Die 17 SDGs berücksichtigen erstmals alle drei Dimensionen der Nachhaltigkeit – Soziales, Umwelt, Wirtschaft – gleichermaßen. Ihnen sind fünf Kernbotschaften als handlungsleitende Prinzipien vorangestellt: Mensch, Planet, Wohlstand, Frieden und Partnerschaft. Im Englischen spricht man von den “5 Ps”: People, Planet, Prosperity, Peace, Partnership.

Online-Befragung der Klima-Kommission bis 9. April 2020
Wir freuen uns, wenn Sie an der Online-Beteiligung teilnehmen und Ihre Meinung zu den Maßnahmenvorschlägen der Klimakommission sagen. Das Ergebnis der Online-Beteiligung dient der Klimakommission als Entscheidungshilfe, welche Maßnahmen dem Gemeinderat als besonders dringlich empfohlen werden sollen. Machen Sie bitte mit, nur so erhalten die Stimmen aus der Wirtschaft das notwendige Gehör Die Umfrage dauert ca. 15 Minuten und erfolgt anonym. Die Teilnahme ist möglich bis zum 9. April 2020. Hier geht es zur Online-Befragung, Rückfragen gerne an Veerle Buytaert, Stadt Ravensburg (veerle.buytaert@ravensburg.de).

Wo beginnt Klimaschutz und was können wir tun?
Klimaschutz beginnt dort, wo wir leben, arbeiten und unsere Freizeit gestalten. Das gilt natürlich auch für unsere Wifo-Mitglieder.
• Erkundigen Sie sich bei den Technischen Werken Schussental über Ökostrom-Produkte.
• Nutzen Sie RECUP Pfandbecher für Coffee-to-go. An diesem Pfandsystem beteiligen sich in Ravensburg bereits Pano Brot & KaffeeBauernmarkt Ravensburg, Viktualienmarkt, Kambly Erlebniscafé sowie Bäckerei Mayer, Alnatura Super Natur Markt, Hofpfisterei, Lilly Ginger und die Bäckerei Heinrichs.
• Verwenden Sie beim Einkauf keine Plastiktüten. In vielen Ravensburger Geschäften werden bereits keine Plastiktüten mehr ausgegeben. Nutzen Sie alternative Tragetaschen aus Stoff. z.B. die  hübschen Ravensburger Taschen der Initiative Ravensburg (Stadt und Wifo), die in der Tourist Info für 2,50 € pro Stück erhältlich sind.
• Kaufen Sie frische, saisonale und regionale Produkte z. B. auf den Ravensburger Wochenmärkten, im Bauernmarkt Ravensburg und im Viktualienmarkt
• In vielen Ländern der Welt ist für die Menschen die Ausbeutung ihrer Arbeitskraft noch ein großes Thema. Mit dem Kauf von Waren aus fairem Handel z. B. im Weltladen – WeltPartner eG, Viktualienmarkt und Tee Gschwendner können wir alle dem entgegenwirken. Ravensburg ist seit vielen Jahren zertifitzierte Fairtrade Stadt.
• Kleidung, die man nicht braucht, auf dem Flohmarkt zu verkaufen, ist eine gute Alternative zur Altkleidersammlung. In der Ravensburger Innenstadt finden am 16. Mai 2020 und 15. August 2020 Flohmärkte statt. Einzigartige Upcycling-Unikate werden u.a. vom Liebenauer Nähwerk angeboten.
• E-Bikes und Lastenräder sind voll im Trend. Schauen Sie doch mal bei Die Fahrradprofis und bei Zweiradhaus Amann vorbei.