Klimaschutz in Ravensburg

Die Ravensburger Klima-Kommission wurde von der Stadt Ravensburg Ende November 2019 ins Leben gerufen. Sie besteht aus 35 Teilnehmern, seitens der Wirtschaft ist die IHK Bodensee-Oberschwaben, der Haus- und Grundbesitzerverein und das Wifo mit jeweils einem Sitz vertreten. Aufgabe der Klima-Kommission ist es, Vorschläge bzw. ein Konzept zur Reduzierung des CO2 Ausstoßes in Ravensburg zu erarbeiten, um so auch vor Ort dem Klimawandel entgegenzuwirken. Die Klima-Kommission hat die Bereiche im Blick, bei denen die Stadt Ravensburg und die Menschen etwas bewegen können, nämlich Mobilität, Gebäude und Kompensation. Die Vorschläge der Kommissionsmitglieder wurden in einem Strategie- und Maßnahmenpapier zusammengefasst und veröffentlicht. Ziel ist es, einen größtmöglichen Konsens zu ermitteln, um viele Akteure für mehr Klimaschutz in Ravensburg zu begeistern.

Ziele des “Klimakonsenses Ravensburg”
Die Stadt Ravensburg setzt sich die Klimaneutralität bis spätestens 2040 zum Ziel. Unter dieser wird die vollständige Dekarbonisierung verstanden. Der konkrete CO2 -Minderungspfad sieht eine CO2-Minderung von ca. 47 % bis 2025, ca. 74 % bis 2030 und ca. 87 % bis 2035 vor. Dies entspricht einer jährlichen Minderung von ca. 13 %. Die Zielerreichung wird alle 5 Jahre durch eine kommunale CO2-Bilanz kontrolliert. Bei Abweichungen vom CO2-Minderungspfad wird ein Fahrplan erarbeitet, um gegenzusteuern. Die Handlungsfelder gliedern sich in die Bereiche Mobilität, Gebäude, Kompensation und Bewusstseinsbildung.

Das Wirtschaftsforum Pro Ravensburg fordert:
• CO2 Ausstoß muss gemeinsam reduziert werden, auf allen Ebenen (Bund, Länder, Kommunen), in Unternehmen und in allen  Handlungsfeldern: Gebäude und Mobilität.
• Innenstadtentwicklungskonzept: Attraktiver Branchenmix, Stadtsanierung (Fußgängerzonen aufwerten, südlicher Marienplatz, Bachstraße, Adlerstraße), aber keine weiteren Fußgängerzonen.
• Innenstadt muss für alle Verkehrs- und Mobilitätsarten erreichbar bleiben. Ein Miteinander und Nebeneinander von PKW, ÖPNV, Fahrrad, Fußgänger. (Über 60% vom Umsatz in der Innenstadt kommt vom Umland)
• Attraktive Angebote (Fahrplan, Tarife) für den Umstieg zu mehr ÖPNV schaffen. Alle Menschen müssen die Chance haben in die Innenstadt zu kommen, in Teilen der Bevölkerung ist der Besuch der Innenstadt zu Fuß oder per Rad nicht möglich. Die Innenstadt gehört allen.
• Weiterer Ausbau des Radverkehrs, sichere Fahrradwege und komfortable und gut verteilte Fahrradabstellplätze in der Innenstadt
• Burgstraße weiterhin in beiden Richtungen befahrbar

Agenda 2030
Unser Bedarf an Ressourcen wird auf verschiedenen Flächen der Erde gedeckt – dazu gehören unter anderem Äcker, Weideland, Wälder oder Gewässer, Siedlungsflächen und Energieland oder auch Flächen für Abfälle. Alle Flächen haben eine unterschiedliche biologische Produktivität. Wie viel von dieser Biokapazität durch den Menschen insgesamt genutzt wird, lässt sich daher als “ökologischer Fußabdruck” in globalen Hektar (gha) darstellen. Der persönliche Fußabdruck ist somit die Fläche auf der Erde, die notwendig ist, um den eigenen Lebensstandard dauerhaft zu ermöglichen. Würden wir alle so leben wie in Deutschland, bräuchten wir 2,5 Planeten. Setzt man das natürliche Angebot der Ökosysteme und die Nachfrage durch den Konsum der Menschen in Bezug, so lässt sich ermitteln, wie sehr die heutige Gesellschaft über ihre Verhältnisse lebt. Jedes Jahr rückt der Tag, ab dem die Menschheit so viel verbraucht hat, wie die Erde im ganzen Jar erneuern kann, im Kalender weiter nach vorn. Im Jahr 2019 war der Tag, der auch Earth Overshoot Day genannt wird, bereits am 29. Juli erreicht.

Ob Kleidung, Lebensmittel, Energie und Baumaterial – unser Wohlstand hängt davon ab, was die Natur uns zur Verfügung stellt. Das get so lange gut, wie die Ökosxyteme als Quelle von Rohstoffen und als Aufnahmeort von Schadstoffen nicht übernutzt werden. Die Frage an uns alle lautet: Was müssen wir tun, damit alle Menschen und zukünftigen Generationen auf dieser Erde gut leben können? Diese Frage kann sich jeder selbst stellen und seinen persönlichen ökologischen Fußabdruck berechnen.

Mit der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung, 2015 auf einem Gipfel der Vereinten Nationenvon allen Mitgliedsstaaten verabschiedet,  drückt die internationale Staatengemeinschaft ihre Überzeugung aus, dass sich die globalen Herausforderungen nur gemeinsam lösen lassen. Die Agenda schafft die Grundlage dafür, weltweiten wirtschaftlichen Fortschritt im Einklang mit sozialer Gerechtigkeit und im Rahmen der ökologischen Grenzen der Erde zu gestalten. Das Kernstück der Agenda bildet ein ehrgeiziger Katalog mit 17 unteilbaren und einander bedingenden Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs). Die 17 SDGs berücksichtigen erstmals alle drei Dimensionen der Nachhaltigkeit – Soziales, Umwelt, Wirtschaft – gleichermaßen. Ihnen sind fünf Kernbotschaften als handlungsleitende Prinzipien vorangestellt: Mensch, Planet, Wohlstand, Frieden und Partnerschaft. Im Englischen spricht man von den “5 Ps”: People, Planet, Prosperity, Peace, Partnership.

Wo beginnt Klimaschutz und was können wir tun?
Klimaschutz beginnt dort, wo wir leben, arbeiten und unsere Freizeit gestalten. Das gilt natürlich auch für unsere Wifo-Mitglieder.
• Erkundigen Sie sich bei den Technischen Werken Schussental über Ökostrom-Produkte.
• Nutzen Sie RECUP Pfandbecher für Coffee-to-go. An diesem Pfandsystem beteiligen sich in Ravensburg bereits Pano Brot & KaffeeBauernmarkt Ravensburg, Viktualienmarkt, Kambly Erlebniscafé sowie Bäckerei Mayer, Alnatura Super Natur Markt, Hofpfisterei, Lilly Ginger und die Bäckerei Heinrichs.
• Verwenden Sie beim Einkauf keine Plastiktüten. In vielen Ravensburger Geschäften werden bereits keine Plastiktüten mehr ausgegeben. Nutzen Sie alternative Tragetaschen aus Stoff. z.B. die  hübschen Ravensburger Taschen der Initiative Ravensburg (Stadt und Wifo), die in der Tourist Info für 2,50 € pro Stück erhältlich sind.
• Kaufen Sie frische, saisonale und regionale Produkte z. B. auf den Ravensburger Wochenmärkten, im Bauernmarkt Ravensburg und im Viktualienmarkt
• In vielen Ländern der Welt ist für die Menschen die Ausbeutung ihrer Arbeitskraft noch ein großes Thema. Mit dem Kauf von Waren aus fairem Handel z. B. im Weltladen – WeltPartner eG, Viktualienmarkt und Tee Gschwendner können wir alle dem entgegenwirken. Ravensburg ist seit vielen Jahren zertifitzierte Fairtrade Stadt.
• Kleidung, die man nicht braucht, auf dem Flohmarkt zu verkaufen, ist eine gute Alternative zur Altkleidersammlung. In der Ravensburger Innenstadt finden am 2021 wieder Flohmärkte statt. Einzigartige Upcycling-Unikate werden u.a. vom Liebenauer Nähwerk angeboten.
• E-Bikes und Lastenräder sind voll im Trend. Schauen Sie doch mal bei Die Fahrradprofis und bei Zweiradhaus Amann vorbei.